Verhalten

Mein Teilzeit-Stalker

Die ersten Wochen gestalteten sich etwas… gewöhnungsbedürftig für mich (und sicherlich auch für Haru 😉). Ich hatte ja die letzten 6 Jahre allein gelebt und nun mit meinem Stubentiger plötzlich wieder ein anderes Lebewesen in meinen vier Wänden. Ein Lebewesen, welches wegen seiner Umstände (Tierheim) erstmal extrem unsicher war.

Bei manchen Katzen äußert sich der Umzugs-/Besitzerwechsel-Stress mit scheuem Verhalten, sie verkriechen sich sehr viel, werden vielleicht sogar etwas aggressiv. Andere wiederum gehen den entgegengesetzten Weg: sie werden super anhänglich und verfolgen „ihren“ Menschen auf Schritt und Tritt.

Haru ist eindeutig einer der zweiten Kategorie 😅.

Plötzlich hatte ich also eine Samtpfote um mich, welche mich permanent verfolgte… und ich meine wirklich überall hin, ob Klo oder Dusche, egal, er musste mich im Auge behalten. Schloss ich die Klotür, wurde erst miaut, wenn ich dann nicht die Tür öffnete, übernahm er das eben selber (toll dass er Türen öffnen kann… 😓). Beim Duschen war ihm das viele Wasser dann doch zuviel sodass ich hier zwar meine „Ruhe“ hatte, aber er kampierte dann eben auf dem Schrank mit Blick hinein in die Duschkabine 😜. Wenn ich einen Raum verließ, folgte er mir, egal was er bis dahin gemacht hatte (auch wenn er gerade am schlafen war oder fressen oder sonst was).

Natürlich tat er mir schon ziemlich leid dass er solche Trennungsängste hatte, aber zusammen mit seiner „Spielsucht“ (alle 2h für 20-30min spielen bitte, vom Aufstehen bis zum Bett gehen) erforderte doch eine Menge Geduld meinerseits.

Manchmal stand er auch einfach nur im Flur und starrte mich regungslos an. Minutenlang. Schon etwas „creepy“, muss ich sagen, gerade in der Dämmerung, auch wenn ich weiß dass es eigentlich ein „gutes“ Zeichen ist, weil er eben nichts von meinem Leben verpassen will.

Glücklicherweise nimmt dieses Verhalten nun im Laufe der Zeit ab. Aber anscheinend hatte ich mich schon schnell daran gewöhnt einen Mini-Schatten zu haben, denn wenn er mir nun nicht immer sofort von einem Zimmer ins nächste folgt oder ich ihn mal eine halbe Stunde nicht zu Gesicht bekomme, fang ich an, ihn zu suchen 😅.

Geschlafen wurde am Anfang auch immer auf meinen Füßen, was bei knappen 5 kg Gewicht doch recht schmerzhaft sein kann. Außerdem traue ich mich kaum zu rühren wenn er mal irgendwie auf mir / bei mir liegt, weil er von sich aus selten Körperkontakt sucht. Mittlerweile hat er sein „Bettchen“ am Boden neben dem Bett, damit scheinen wir beide zufrieden – ich kann mich drehen und wenden im Schlaf wie benötigt und er ist nah bei mir und kann mich im Blick behalten. An manchen Nächten kommt er zwar trotzdem zum „Knöchelkuscheln“ in mein Bett, aber im Vergleich zu den ersten Wochen ist dies nun wirklich selten (und wenn, dann fällt das morgendliche Kuscheln (Link) aus, weil er ja schon über Nacht soviel Kontakt hatte, seufz 😓).

Aber alles in allem wird er immer selbstständiger und selbstsicherer – was natürlich super ist und toll zum Anschauen, auch wenn ich ein wenig meinem kleinen „Stalker“ hinterhertrauere 😉😘.

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