Environmental Enrichment,  Verhalten

Invisible Stalker: Tractive – das GPS für Katz‘ und Hund

Nachdem mein Entschluss stand den guten Mann aus der Wohnung zu lassen, wollte ich wenigstens am Anfang die Möglichkeit haben ihn ein wenig im Auge zu behalten. Aber auf dem Land mit nahem Wald kann man sich vorstellen dass das als Mensch nicht wirklich „hautnah“ möglich ist. Deswegen kam mir die Idee mit einem GPS-Halsband und las mir diverse Test für die Marktführer durch.

Meine Wahl fiel schlussendlich auf den Tractive GPS. Also gleich gekauft und schon am Donnerstag war er geliefert, sodass ich dann noch ein Abo aussuchte (das 1-Monats-Abo Basic erst einmal) und den Akku aufgeladen habe bevor der Probe-Freilauf am Freitag umgesetzt wurde (siehe Beitrag „Der Tag der Freiheit“).

Das Tractive GPS kommt mit App und man kann sowohl am PC als auch auf dem Handy jederzeit nachschauen wo die Samtpfote gerade herumschleicht. Es umfasst folgende Möglichkeiten:

  • Live-Tracking: der Standort wird alle 2 bis 3 Sekunden neu übertragen
  • Positionsverlauf: die Funktion zeigt dir nicht nur, wo sich deine Katze im Augenblick aufhält, sondern auch, wo sie zuvor überall herumgestreift ist (Basic-Abo: 24h Fenster, Premium-Abo: unbegrenztes Zeitfenster)
  • Heatmap: Sehe auf der Karte an welchen Orten sich deine Katze am längsten aufhält
  • Aktivitätstracking: Siehe wie viele Minuten sie am Tag aktiv in Bewegung war oder ruhig auf einem Fleck verbrachte und wie viele Kalorien sie dabei verbraucht hat. Setze persönliche Ziele um Leistungssteigerungen zu erkennen. Bekomme Einblick in die Aktivitäten anderer Tractive-User über die „Rangliste“.
  • Virtueller Zaun: Definiere einen virtuellen Zaun und werde informiert, sollte deine Katze sich außerhalb dieser Parameter aufhalten

Also ich muss sagen, auch wenn ich mittlerweile ganz abgekommen bin von jeglichen Halsbändern, so gab mir das Teil doch gerade in der ersten Woche (und als absoluter Katzenhalter-Neuling!) eine riesen Sicherheit und Erleichterung. Leider ist es jedoch zu gefährlich, um es Herrn Kater auf Dauer umzubinden.

Nach knappen 10 Tagen mit Halsband googelte ich vermehrt nach Pro/Kontra zu Sicherheitshalsbändern bei Katzen und gerade der Bericht hier hat mich doch massiv abgeschreckt. Von daher habe ich beschlossen Haru ab nun „ohne alles“ raus zu lassen. Die 10 Tagen mit GPS haben mir etwas Einblick in sein Verhalten und Revier dort draußen beschert über die ich sehr froh bin, aber bevor noch wirklich was passiert, kommt das Teil in die Schublade. Glücklicherweise hatte ich ja nur das 1-Monats-Abo abgeschlossen, die 10€ (zusätzlich zum Kaufpreis von 45€) konnte ich verkraften 😉.

Vorteile:

  • Einfache Handhabung
  • Robust
  • Gute GPS Funktion
  • Preis/Leistung absolut in Ordnung
  • Großes Gefühl der Sicherheit für den Zweibeiner 😉
  • Bei Verlust gut auffindbar (sogar mit Licht- und Geräuschhupe)

Nachteile:

  • Hohes Verletzungsrisiko weil Halsband selbst mit Sicherheitsverschluss feststecken kann (siehe hier)
  • Erst ab ca. 4 kg Körpergewicht Katze empfohlen (finde ihn für meinen 5kg Kater schon recht schwer und klobig)
  • Umgerechnet auf meinen 5kg Kater war es, als hätte ich bei mir selber ein 1.5kg Halsband um über mehrere Stunden am Tag… nicht so toll die Vorstellung, kann auch nicht gut für die Muskulatur / Skelett sein
  • Gewicht und Maße können stören, besonders wenn die Katze zuvor nie ein Halsband getragen hat
  • Software ist noch ausbaufähig (zB PC-Version hat keine „Activity“-Übersicht)
  • Nur mit „Premium“-Abo kann man sich Routen der Katze älter als 24h anschauen

Das An- und Ausziehen des Halsbandes war Anfangs recht ungewohnt für Herr Kater und mich, aber mit etwas Übung und Clickertraining klappte das einwandfrei. Ich zog es ihm nur an wenn er raus durfte (morgens & nachmittags bis zum Abend) weil er sich daheim dann etwas schwer tat mit dem Teil sich zu putzen, schlafen oder teilweise auch zu fressen (obwohl ich denke das ist auch nur Gewohnheitssache).

Nach 9 Tagen kam er das erste Mal ohne Halsband wieder nach Hause, was sich aber auch als recht einfach herausstellte. Mittels Handy-App, GPS und der eingebauten Funktion einen Signalton und/oder Lichthupe einzuschalten hatte ich das Halsband innerhalb von Minuten in einer Hecke aufgefunden. Ok, hätte er es irgendwo im Wald oder an einer schlecht erreichbaren Stelle verloren hätte mir das auch nichts geholfen, aber ich hatte Glück 😉. Das zweite Mal war keine 12h später, diesmal bei einer kleinen Auseinandersetzung mit der Nachbarskatze. Aber auch hier hatte ich Glück weil ich den „Showdown“ vom Fenster aus gesehen hatte und das Halsband direkt neben dem Mann am Boden lag. Kurz rausgegangen, Halsband direkt wieder umgebunden, Leckerli und wieder rein.

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